Zehn Jahre anders wohnen in Nürnberg

Mit einem Empfang und einem Straßenfest hat das Wohnprojekt andersWOHNEN im Nürnberger Süden sein zehntes Jubiläum gefeiert. Mit ihnen feierten die Kinder des Humanistischen Hauses für Kinder Nürnberg-Steinbühl und - als Teilhaber der Genossenschaft und Träger der Kita - das Humanistische Sozialwerk Bayern.

Vor über zehn Jahren entstand die Idee, unweit des Nürnberger Hauptbahnhofs ein Wohnexperiment zu unternehmen. Senior*innen und Alleinerziehende sollten unter einem Dach zusammenfinden, "miteinander mittendrin" wohnen und neue Formen des Zusammenlebens finden. Menschen zusammenbringen wollte man. Sich gegenseitig helfen, dabei ökologisch bewusst und ökonomisch vernünftig handeln. In der Retrospektive lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass das Experiment geglückt ist. Vor zehn Jahren wurde der Bau bezogen, am Freitag, den 24. Mai 2019 feierte die Genossenschaft andersWOHNEN mit vielen Gästen Geburtstag.

70 Menschen wohnen nunmehr in dem Komplex am Karl-Bröger-Eck, in zentraler Lage und in Wohneinheiten unterschiedlicher Größe, mit Gemeinschaftsräumen und nicht zuletzt einer Kindertagesstätte im Erdgeschoss. Bei letzterer handelt es sich um das Humanistische Haus für Kinder Nürnberg-Steinbühl, getragen vom Humanistischen Sozialwerk Bayern (HSW Bayern), das auch Teilhaber an der Genossenschaft andersWOHNEN ist.

Die Feierlichkeiten begannen mit einem Empfang, zunächst im Garten der Anlage, später in den Gemeinschaftsräumen des Hauses. Bewohner*innen der ersten Stunde, aber auch der Architekt sowie Vertreter*innen der Stadt Nürnberg und des Verbandes bayerischer Wohnungsunternehmen erinnerten an die Anfänge des Hauses und an manche Hürden, die das Projekt bis zu seiner Fertigstellung zu nehmen hatte. Dass es gelungen ist, daran ließ niemand Zweifel, auch Michael Bauer nicht, der als Vorstand das HSW Bayern in seinem Redebeitrag nochmals bekräftigte, dass Menschen gerade auch beim Wohnen ihr Schicksal manchmal in die eigene Hand nehmen müssten - gerade in Zeiten, da Wohnhäuser wieder Objekte von Spekulationen seien und das Wohnen in vielen deutschen Großstädten immer teurer würde.

Um 13 Uhr begann dann das Straßenfest auf dem angrenzenden Willy-Prölß-Platz. Kunst und Musik waren geboten, viele Kinder vergnügten sich auf einer Hüpfburg. Das Humanistische Haus für Kinder Nürnberg-Steinbühl hatte außerdem eine Tombola organisiert, bot Kaffee und Kuchen und Kinderschminken.

 

 

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